Fragen & Antworten

1. F: Warum wurde Fo-guang-shan Berlin gegründet?
  A: Fo-guang-shan Berlin ist ein Tempel des traditionellen Buddhismus. Er ist ein geistliches Zentrum für alle, die den Buddhismus kennenlernen wollen. Gleichzeitig dient er als Brücke zwischen östlicher und westlicher Kultur.
 
2. F: Warum wird er "Fo-guang-shan Berlin" genannt?
  A: Um den chinesischen Buddhismus im Westen bekannt zu machen, hat der Gründer von Fo-guang-shan, der Großmeister Hsing-yün, diesen Tempel gegründet und ihn "Fo-guang-shan Berlin" genannt.
 
3. F: Grundsätze und Ziele des Fo-guang-shan Berlin?
  A:
Grundsätze:
  • Verbreitung der Buddha-Lehre durch kulturelle Aktivitäten,
  • Begabungsförderung durch Ausbildung,
  • durch soziales Wirken der Gesellschaft zu dienen,
  • Herz und Geist durch die buddhistische Praxis zu läutern.
Ziele:
  • Förderung des kulturellen Austausches zwischen Ost und West,
  • auch westlichen Freunden einen Ort zum Studium des Buddhismus anzubieten,
  • Heranbildung einer positiven und rechten Lebensanschauung.
 
4. F: Wann ist Fo-guang-shan Berlin eröffnet worden?
  A: Fo-guang-shan Berlin hat bereits im Jahr 1992 ein buddhistisches Kulturzentrum errichtet und seitdem viele Anhänger gewonnen. Im November 1998 ist man in das jetzige Gebäude umgezogen. Im September 1999 wurde der neue Tempel offiziell eröffnet.
 
5. F: Wie groß ist das Gelände von Fo-guang-shan Berlin?
  A: Das Grundstück ist 2.775 qm groß, und die bebaute Fläche beträgt 2.161 qm.
 
6. F: Welche Räume gibt es hier, und welche Funktionen haben sie?
  A: Die wichtigsten Räume sind u. a. die Buddha-Halle (Da-xion-bao-dian), die Meditationshalle, der Speisesaal, die Bibliothek, der Konferenzraum, die Empfangshalle, die Teestube. Die Einrichtungen sind eine Kombination von traditionellem chinesischen und modernem Stil.
 
7. F: Welche Aktivitäten veranstaltet Fo-guang-shan Berlin?
  A:
Ausbildung: a. Studium der buddhistischen Lehre:
Buddhistische Vorträge und Dharma-Tage. Deutsche Mittwochsgruppe; Frauengruppe, Veranstaltungen für Jugendliche und für Kinder.
b. diverse Kurse:
Chinesisch, Deutsch, Schattenboxen, Chor, Malen, Abschreiben von Sûtras, Kochkurse usw.
c. soziale Aktivitäten:
Jugendcamps, Sommerlager für Kinder, buddhistische Vorträge in Schulen, psychologische Beratungen, Familienbesuche und soziale Dienste.
Kultur: Die monatliche Ausgabe der "Buddhas Licht – Nachrichten", Ausstellungen buddhistischer Kunstwerke, Organisieren internationaler buddhistischer Konferenzen, Übersetzen verschiedener Bücher.
Praxis: Wöchentlich: an jedem Sonntag Andacht; 14-tägig mittwochs Meditation mit Anleitung in deutscher Sprache.
Monatlich: an einem Sonntag im Monat ganztägige Übung; verschiedene Rituale.
Jährlich: eine Nienfo-Übungswoche; Begehen von buddhistischen Festen wie Vesakh.
Wohltätigkeit: Hilfe im Not, Unterstützung karitativer Organisationen.
Seelsorgerl. Aktivitäten:  Hochzeits- und Trauerfeiern für Buddhisten.
 
8. F: Kann jeder an den Veranstaltungen teilnehmen?
  A: Alle Veranstaltungen von Fo-guang-shan Berlin sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Jeder, der sich für den Buddhismus interessiert, ist willkommen. Jedes Jahr werden Veranstaltungskalender an Mitglieder und Interessenten verschickt.
 
9. F: Warum verehren wir den Buddha?
  A: Buddha ist der Erwachte, der die Wahrheit des Lebens vollkommen erkannt hat. Er führt die Menschen voller Mitempfinden auf dem Weg zur Erleuchtung, wodurch er uns Vorbild ist. Wir verehren ihn, um von seiner Barmherzigkeit und Weisheit zu lernen. Indem wir ihn verehren, werden wir uns unserer eigenen Buddha-Natur bewußt.
 
10. F: Warum lernt man Buddhismus?
  A:
  1. um von Buddhas besonderer Ausstrahlung, seiner Weisheit und seinem Mitempfinden bei der Errettung der Lebewesen zu lernen. Der Buddha hat die Wirklichkeit des Lebens durchschaut und Erleuchtung erlangt. Wenn man ihn als Vorbild nimmt und kontinuierlich studiert und praktiziert, kann man ebenfalls Erleuchtung erlangen, da jeder von uns die Buddha-Natur besitzt.
  2. Die Lehre des Buddha kann die offenen Fragen in der Philosophie und Wissenschaft, insbesondere hinsichtlich der Bedeutung des Lebens und seines Wesen, beantworten.
 
11. F: Was ist die Bedeutung der Haupthalle des Tempels(Da-xion-bau-dian)?
  A: "Da-xion-bau-dian" bedeutet wörtlich "Kostbare Halle des Großen Helden". Sie ist der Mittelpunkt eines buddhistischen Klosters. Sie ist dem Buddha Shâkyamuni geweiht, der die heldenhaften Qualitäten unübertroffener Weisheit, Tugend und Kraft zur Überwindung alles Unheilsamen besitzt, und dadurch alle Wesen aus Verblendung und Befleckungen befreien kann.
 
12. F: Wer sind die drei Buddhas in der Haupthalle, und was bedeuten sie?
  A: Der Buddha in der Mitte ist Shâkyamuni, der Gründer und Lehrer des Buddhismus. Er wurde vor über 2500 Jahren als Prinz Siddhartha im Shakya-Stamm in Nord-Indien geboren. Im Alter von 29 Jahren verließ er den Palast und lebte als Asket, um Antwort auf die Fragen nach dem durch Geburt, Alter, Krankheit und Tod verursachten Leiden der Menschen zu finden. Nach 6 Jahren erlangte er die vollkommene Erleuchtung durch die Erkenntnis der Gesetzmäßigkeit des Entstehens in Abhängigkeit. 45 Jahre lang legte er die von ihm erkannte Lehre dar. Im Alter von 80 Jahren ging er ins Nirvâna ein.
Der Buddha des Heilens (Bhaisajyaguru) auf der rechten Seite ist der Lehrer des Östlichen Lauteren Landes. Er heilt die Krankheiten von Körper und Geist. Er legte einst 12 Gelübde ab, alle Menschen von ihrem Leiden zu befreien, sobald sie seinen Namen anrufen.
Der Buddha Amitâbha auf der linken Seite ist der Lehrer des Westlichen Lauteren Landes. Er legte einst 48 Gelübde ab, die Lebewesen zu seinem Westlichen Lauteren Land zu führen, wenn sie seiner aufrichtig und unablässig (und besonders in der Todesstunde) gedenken.
 
13. F: Was bedeuten die beiden Bodhisattvas links (Ksitigarbha) und rechts (Avalokiteshvara) im Tempel?
  A: Der Buddhismus ist eine den Menschen zugewandte Religion. Alle, die das Gelübde ablegen, ihr Leben dem Wohle der Lebewesen zu widmen, diese von allen Befleckungen zu befreien und nach Buddhaschaft zu streben, werden Bodhisattva genannt.
 
14. F: Was ist die Bedeutung der vier Bodhisattvas?
  A: Manjushrî: Er steht für die Große Weisheit, die uns befähigt, zwischen Heilsamem und Unheilsamem zu unterscheiden.
Avalokiteshvara: Er ist die Verkörperung des Großen Mitempfindens für die Befleckungen und das Leiden der Welt. Er hilft allen jenen, die seinen Namen anrufen.
Ksitigarbha: Er ist für seine Großen Gelübde bekannt. Er hat gelobt, in die Höllenwelten hinabzusteigen, um alle Wesen zu erretten.
Samantabhadra: Er ist für seine Große Übungspraxis bekannt. Er übt unermüdlich und wendet dabei den Dharma zum Nutzen aller an.
 
15. F: Was bedeuten die 10 Opfergaben auf dem Altartisch?
  A: Mit ihnen erweisen die Gläubigen dem Buddha ihre Dankbarkeit und Verehrung, wie dies Kinder ihren Eltern oder Schüler ihren Lehrern gegenüber tun.
Blumen: verleihen Freude und läutern unseren Körper.
Räucherstäbchen: bringen inneren Frieden und erweitern unser Verständnis des Dharma.
Lichter: erhellen unsere Einsicht und führen uns zur Weisheit.
Seife: beruhigt unsere Haut und macht sie geschmeidig, bewahrt uns vor Krankheit.
Tee: erfrischt unseren Atem und befreit uns von Kummer.
Essen: verlängert das Leben und verbessert unsere Ausdrucksfähigkeit.
Obst: erfüllt unsere Wünsche und erleichtert uns den Weg zur Buddhaschaft.
Schätze: befreien uns von Armut und schenken uns Wohlstand und Glück.
Perlen: erfüllen unseren Weg und machen unsere Erscheinung würdig.
Kleidung: läßt uns prächtig oder bescheiden aussehen und gibt uns Sicherheit.
 
16. F: Wozu dienen Qing und Muyu?
  A: Qing in ein Schlaginstrument, das beim Früh- und Abendgebet und beim der Rezitation von buddhistischen Hymnen benutzt wird. Es ist meistens aus Messing oder Metall.
Muyu ist eines der wichtigen Instrumente bei der Rezitation der Sûtras; es ist aus Holz und liegt meistens auf der westlichen Seite des Altartisches. Wörtlich übersetzt heißt dies "hölzerner Fisch". Da der Fisch seine Augen niemals schließt, sollen sich Mönche und Nonnen wie die Fische verhalten, und stets wachsam sein.
 
17. F: Was bedeutet das Dharmacakra (Rad der Lehre)?
  A: Das Dharmacakr ist das bedeutendste buddhistische Symbol. Es symbolisiert die Predigt und das Verbreiten der Lehren des Buddha. Sein Ursprung ist im alten Indien zu suchen, wo Schlachtwagen benutzt wurden, um die Feinde zu überrollen. Der Buddhismus übernahm dieses Symbol, um die Zerstörung der Befleckungen, die unablässige Darlegung der Lehre und die Verwirklichung heilsamer Tugenden darzustellen.
 
18. F: Was bedeutet das Symbol der Swastika "" im Tempel?
  A: Die "" ist eines der 32 Merkmale der Vollkommenheit eines Buddha, die infolge seines heilsamen Wirkens während zahlloser Kalpas (Weltzeitalter) entstanden sind. Sie ist auch ein Zeichen von Vollkommenheit und Glück. Sie dreht sich im Sonnenlauf und drückt die grenzlose Weisheit und das unendliche Mitgefühl des Buddha aus. Ihrevier Ecken drücken Frieden, Harmonie, Gleichheit und Ausgeglichenheit aus. Durch die Drehung wird angedeutet, daß die Macht des Buddha grenzenlos in den zehn Richtungen unermüdlich und unablässig alle Wesen erretten will.
 
19. F: Wozu dient der Rosenkranz (japamâlâ)?
  A: Der Rosenkranz dient dem Zählen von Rezitationen des Buddha-Namens und von Mantras. Man hält die Kette dabei mit beiden Händen, konzentriert seine Gedanken und läutert seinen Geist. Die Herstellung der Perlen muß in einem Tempel durchgeführt werden. Das Material der Perlen können neben Gold, Silber, Bronze, Kristall und Holz auch Lotusblütenkerne sein. Beim Rezitieren dreht man die einzelnen Perlen mit der linken Hand und ruft dabei den Namen des Buddha an. Heute trägt fast jeder Gläubige solch eine Gebetskette als Zeichen seines Vertrauens und seiner Hingabe bei sich.
 
20. F: Wie wird man Buddhist?
  A: Durch das Bekenntnis zu den Drei Kostbarkeiten: diese sind -der Buddha: Buddha Shâkyamuni, der Begründer. der Dharma: seine Lehre. Der Sangha: die Gemeinschaft derer, die den Dharma verwirklichen. Die Zufluchtnahme zu den Drei Kostbarkeiten stärkt unsere spirituelle Kraft auch in Zeiten innerer Probleme. Sie zeigt uns die richtige Richtung in unserem Leben und erfüllt unseren Weg mit Sinn.
 
21. F: Warum schätzt der Buddhismus vegetarisches Essen?
  A: Vegetarisches Essen ist gut für die Gesundheit und fördert außerdem das Mitempfinden des Menschen. Der Buddhismus tritt für den Schutz der Tiere ein und achtet ihr Recht auf Leben. Deshalb soll man nicht aus Eßgier töten. Deshalb schätzt der Buddhismus vegetarisches Essen. Um Buddhist zu sein, muß man jedoch kein Vegetarier sein.